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27.07.2010

18. Internationaler "Sommertraef" in Dänemark

Auch in diesem Jahr griff die dänische Heimwehrkompanie Midtfyn tief in die Trickkiste und organisierte in routinierter Weise den „18. Internationalen Sommertraef“ auf der Insel Fyn (Fünen). Aktive und Reservisten aus Schweden, Dänemark und Deutschland kamen am ersten Juliwochenende im beschaulichen Städtchen Ringe zusammen, um in einem zweitägigen Wettkampf ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Viele der rund einhundert Wettkämpfer nahmen zum wiederholten Male teil und hatten daher eine grobe Ahnung, was auf sie zukam. Sie sollten sich irren. „In diesem Jahr wollen sie uns fertig machen!“ Sätze wie diese hörte man vermehrt. An dieser weitverbreiteten Einschätzung hatte nicht nur die Sonne Schuld, die unbarmherzig auf alle nieder schien, die Teilnehmer ausdörrte und den Straßenbelag verflüssigte. Auch die Dänen gaben dieses Jahr wieder einmal ihr Bestes und stellten einen vielseitigen und anspruchsvollen Parcours zusammen, der die Wettkämpfer auch ohne Sonne ins Schwitzen gebracht hätte.

Der erste Tag war dem Einzelwettkampf gewidmet. Schwerpunkt bildete ein Orientierungslauf, bei dem jeder Teilnehmer Kontrollpunkte von einer Musterkarte auf die eigene Karte übertragen und diese Wegmarken binnen 90 Minuten finden und anlaufen musste. Da sich jeder Wettkämpfer einen individuellen Weg suchen konnte, variierten die zurückgelegten Streckenlängen. Doch selbst bei effizienter Wegplanung darf man von rund 10 Km ausgehen, die die Wettkämpfer durch bewaldetes wie städtisches Gebiet zurücklegen mussten. Nach dem Lauf folgten Aufgaben wie das Anlegen eines Druckverbandes, Kartenlesen, das Schätzen von Entfernungen, Knotenkunde und Zielwerfen mit Handgranaten. Als besonderen Anreiz hatte man in den Einzelwettkampf die Erfordernisse zum Erwerb des dänischen Leistungsabzeichens integriert, so dass sich bei der Siegerehrung am Samstag Abend zahlreiche Kameraden unserer Landesgruppe nicht nur über eine gute Platzierung sondern auch über die Verleihung des Abzeichen freuen konnten.

Am zweiten Tag fand das Herzstück des Wettkampfs – der eigentliche „Sommertraef“ – statt, an dem auch zwei Mannschaften à 4 Wettkämpfer der Landesgruppe M-V teilnahmen. Da unser Kamerad Hagge kurz zuvor in Gefangenschaft geriet und daher für den Wettkampf ausfiel (Hochzeit am 1. Juli 2010), waren wir über kurzfristige personelle Verstärkung aus der Landesgruppe Schleswig-Holstein sehr dankbar. Die Rahmenlage des Wettkampfes war gleichermaßen bekannt wie bewährt. „Sie sind im Staate Z, um die Regierung dieses Staates in ihren Bestrebungen zu unterstützen, Stabilität und Sicherheit im Staate zu etablieren und aufrechtzuerhalten.“, hieß es dazu kurz und bündig in den ausgeteilten Handkarten. In diese Lage waren insgesamt 10 zu absolvierende Stationen entlang einer 15 Km langen Marschstrecke eingeflochten. Dazu gehörte unter anderem die Eskorte eines CIMIC-Offiziers durch unsicheres Terrain, Betreiben eines Check-Points, Erste Hilfe, Überqueren eines Gewässers, Führen eines Feuerkampfes, Eilmarsch, Schießen unter körperlicher Belastung und Geiselbefreiung. Doch auch für den zweiten Tag hatten sich die Dänen ein besonderes Highlight einfallen lassen. An den beiden Stationen „Check-Point“ und „Geiselbefreiung“ teilte man die dänische Variante des M16 mit Spezialmunition und Schutzkleidung an die Wettkämpfer aus. Wie sich herausstellte, hatten wir es an beiden Stationen mit Gegnern zu tun, die sich allein durch unsere Präsenz nicht einschüchtern ließen und von der Waffe regen Gebrauch machten. Der eigene Kopfschutz schränkte die Sicht zwar deutlich ein, und der gepolsterte Overall mutierte in der Mittagssonne schnell zur Privatsauna. Dennoch gaben beide Mannschaften in denen für sie ungewohnten Situationen eine gute Figur ab und erreichten solide Bewertungen. Umso überraschter waren wir zur Siegerehrung, als sich offenbarte, dass es leider nur für die Plätze 16 und 19 gereicht hatte. Das Ergebnis trübte die Stimmung aber nicht nachhaltig, denn beide Mannschaften waren mit den unter schwierigen Bedingungen erbrachten Leistungen sichtlich zufrieden. Daher war die sonntägliche Verabschiedung „Auf Wiedersehen“ auch wörtlich zu nehmen.

Alles in allem hat die dänische Heimwehr wieder einmal eine hervorragende Veranstaltung organisiert, die allen Erwartungen gerecht wurde. Militärisch-sportlicher Wettbewerb und grenzüberschreitende Kameradschaft sind die Markenzeichen dieses Traditionswettkampfes. Wenn wir in einigen Wochen zum ersten Mal in unserer Verbandsgeschichte einen Vielseitigkeitswettkampf ohne Bundeswehr-Unterstützung durchführen, tun wir gut daran, uns das Engagement der Dänen und den „Internationalen Sommertraef“ zum Vorbild zu nehmen. Auch in dieser Hinsicht hat sich die Teilnahme gelohnt.

Text: André Bleckmann